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Das Onlinemagazin für Netzmusik Phlow.de hat für 2012 eine schöne musikalische Begleitung eingerichtet. #366DaysOfMusic, 366x (weil es ja ein Schaltjahr ist) gibt es jeden Tag ein neues CreativeCommons-Musikstück zum Streamen und den Link zu der jeweiligen Veröffentlichung, also dem Netlabel wo es wahrscheinlich auch noch mehr vom selben Künstler, der Künstlerin oder der Gruppe zu hören gibt.

Super Sache und ein Grund ein totes Blog mal wieder kurz zu reanimieren. Ob’s für mehr reicht wird sich zeigen…

Katze: Herbstliches.

Enten im Herbst

 

 

 

 

 

 

 

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..und bemüht sich wieder regelmäßiger zu schreiben.

In einem interessanten Artikel (Es geht erstaunlich gut) der insgesamt lesenswerten Serie Wozu noch Journalismus der Süddeutschen Zeitung schreibt Wolfgang Blau über den Online-Auftritt öffentlich-rechtlicher Nachrichtenportale folgendes:

“Der Skandal öffentlich-rechtlicher Nachrichtensites ist nicht ihre Existenz, sondern ihre unnötige und verwirrende Vielzahl. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, weshalb die ARD ihre föderale Struktur im Netz noch einmal nachbauen muss und weshalb Deutschland eine solche unüberschaubare Vielfalt überregionaler, gebührenfinanzierter Nachrichtenportale braucht. Vielleicht wären die Verlage besser beraten, für eine Beschränkung der Öffentlich-Rechtlichen auf nur zwei, sehr leistungsfähige Nachrichtensites zu kämpfen – tagesschau.de und heute.de – und gleichzeitig Dienstleistungen der öffentlich-rechtlichen Sender für ihre eigenen Websites einzufordern.”

Dieser Auffassung möchte ich, natürlich aus eher subjektiver Sicht, etwas entgegenhalten. Jahrelang habe ich mich als GEZ-Zahler völlig ungerechtfertigt zum zahlen genötigt gefühlt. Natürlich war ich im Besitz eines Radioempfängers und ein Fernseher stand in unserer Wohnung auch irgendwo herum, wenn es auch nicht meiner war. Die Zeit, die ich diese Medien nutzte war aber keineswegs ausreichend um die Höhe der GEZ-Gebühren auch nur ansatzweise zu rechtfertigen. Erst mit den Online-Angeboten, vor allem auch denen der föderalen  Struktur des ARD und der Dritten Programme kam es dazu, dass ich meine Radiogebühren als sinnvolle Investition betrachte und gerne die paar Euros im Monat überweise.

Kein privatwirtschaftliches Nachrichten- oder Radioportal hat es bisher geschafft ein annähernd ähnlich gutes Angebot an Audio- und Videopodcasts, wobei mich persönlich dabei im wesentlichen die Audiobeiträge interessieren, zur Verfügung zu stellen. Darin sehe ich die eigentlich Zukunft und Aufgabe öffentlich-rechtlicher Radiostationen: politische, gesellschaftlich-kulturelle, ökonomische und wissenschaftliche Bildung und Information im zeitsouveränen Angebot in ausreichender Breite zur Verfügung zu stellen! Hierfür bieten öffentlich-rechtliche Anbieter noch immer die mit Abstand besten Bedingungen, da nur so hochwertige Beiträge für geringe Nutzungskosten einer Gesamtbevölkerung unabhängig von deren jeweiliger finanziellen Verfassung, zur Verfügung gestellt werden können. Dass bisher kaum privatwirtschaftliche Anbieter in diesen Markt vordringen mag auch daran liegen, dass Podcasting insgesamt leider noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erfährt und damit die Nutzerzahlen nur recht langsam wachsen. Ein anderer wichtiger Grund ist jedoch auch, dass solche Angebote bei gleicher Qualität wahrscheinlich viel zu teuer wären, um jederfrau und jedermann uneingeschränkt verfügbar zu sein.

Ob gebühren-finanzierte Radio- und Fernsehstationen neben den audiovisuellen Angeboten auch noch ausführliche online-Printplattformen bedienen müssen, und dadurch als zusätzliche Konkurrenz am schwierigen Onlinemarkt mitmischen, ist sicherlich eine andere Frage auf die andere Antworten gesucht werden müssen. Was das angeht, folge ich Wolfgang Blau durchaus wieder dem, was er im darauf folgenden schreibt: Die Frage danach, warum öffentlich-rechtliche Anbieter ihre Angebote nicht zur kostenlosen Weiterverwendung den Privaten zur Verfügung stellen. Zu diesem Aspekt wurde bereits auf KOOPTECH gebloggt.

Da ich jedoch überzeugt davon bin, dass sowohl Ton- als auch Bewegtbild-Beiträge in Zukunft immer mehr zeitlich und geographisch souverän und nicht wie früher nach festen Terminen und auf bestimmte Regionen beschränkt abgefragt werden, bieten die öffentlich-rechtlichen Anbieter bisher, abgesehen von einigen CreativeCommons- bzw. Nonprofit-Angeboten, die einzig vernünftigen und qualitativ hochwertigen Programme.

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gespiegelt von hier

Vielleicht ein paar etwas ruhigere Naturaufnahmen bei all dem Xynthia-Getöse draußen vor der Tür. Und am Ende kommt er (sie) dann doch!

In den letzten Tagen habe ich an verschiedenen Stellen über die gegenseitigen Vorwürfe von Journalisten und BloggerInnen sowie der Abmahnung durch die Journalistin Eva C. Schweitzer gegen einen Blogger wegen eines etwas längeren Zitats auf dem Blog nomnomnom gelesen. Dazu wurde mittlerweile eigentlich auch genug gestritten, gebloggt und gesagt. Ein paar Links, die einen Einblick in die Debatte bieten, werde ich am Ende meines Kommentar setzen. Trotzdem will ich auch meine persönliche Meinung zu diesen Angelegenheiten kundtun, da ich schon seit längerem immer wieder verärgert und überrascht über den unkundigen Umgang klassischer (Medien-)unternehmen mit dem Medium Internet bin.

Schon öfters haben Abmahnungen wegen verschiedener (angeblicher) Urheberrechtsverletzungen dazu geführt, dass Privatpersonen plötzlich von erheblichen finanziellen Forderungen überrascht wurden. Diese Praxis von Unternehmen, die sich solche Rechtstreitigkeiten ohne Weiteres leisten können, scheint mir vor allem dem Ziel der Abschreckung und Einschüchterung zu dienen. Möglicherweise mögen die Forderungen aus rechtlicher Sicht teilweise legitim sein, ethisch moralisch sind sie es in den seltensten Fällen. Medienhäuser und Unternehmen bedienen sich einer Praxis, die sonst deren Umgang untereinander prägte völlig gedankenlos (oder auch in berechnender Absicht) gegen Privatpersonen.

Die meisten Blogs dienen keinem kommerziellen Zweck, sondern sind eine wunderbare Möglichkeit in gewissem Umfang am öffentlichen, demokratischen Diskurs teilzunehmen. Ohne große technische Kenntnisse und Programmiererfahrungen kann Jede und Jeder seine Gedanken, Meinungen und Beiträge einer potentiellen Gesamtöffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dies sollte in demokratischen Ländern, die Aufklärung und Bildung als Grundmaxime für sich postulieren auf uneingeschränkte Unterstützung stoßen. Auch und vor allem von Journalisten die sich im Dienst dieser Aufklärung und als so genannte “Vierte Gewalt” betrachten, sollten diese Möglichkeiten der Öffentlichkeit nicht Abwehr sondern Zuspruch erfahren. Dass es oft mehr auf Abwehr stößt ist eigentlich nur aus einem Gefühl der Bedrohung des eigenen Standes zu erklären. Aus Angst um die eigene Aufmerksamkeit und vielleicht aus realer Bedrohung des Arbeitsplatzes und zunehmend prekärer Vergütung für eine anspruchsvolle und äußerst wichtige Dienstleistung. Dieses Gefühl ist verständlich, richtet sich in seiner Abwehr jedoch an die falsche Adresse!

Das Problem der klassischen Medien im Internet ist ein vorwiegend selbst gemachtes. Schon seit Jahren wird von netzkompetenten Stimmen die bessere Nutzung der Möglichkeiten von Hypertext angemahnt. Blogs nutzen Verlinkungen ausgiebig und in alle Richtungen, ob kritisch, ergänzend oder zustimmend. Auch das Heise-Nachrichtenportal Telepolis macht die richtige Verwendung von Links seit langem vor. Wieso nutzen nicht auch klassische Printmedien Links zu anderen Zwecken als zu unendlichen Selbstverlinkungen, unnötigen Bilderstrecken und im Extrem sogar zu Satzstücken die durch Clicks fortgesetzt werden? Na ja, wieso sie das tun ist klar! Clicks werden gezählt, daran misst sich der Markt- und damit Werbewert. Da Werbung im Onlinemarkt für Medienunternehmen bisher das einzige Mittel ist um wenigsten ein bisschen Kapital aus dem eigenen Content zu schlagen, wird alles getan um möglichst viele Clicks zu erhalten und gleichzeitig Clicks bei der Konkurrenz zu verhindern. Dieser Schuss geht jedoch gehörig nach hinten los. Ich stelle hier einmal die nicht überprüfte These auf, dass der Niedergang bzw. die Probleme klassischer Medien im Internet (und damit auch im Printmarkt) zu einem gewissen Teil auch durch diesen falschen Umgang mit dem Medium verursacht wurde.

Eine andere These ist, dass vielleicht das bloße zählen von Clicks zur Berechnung des Werbewertes vielleicht eine grundlegend falsche Strategie ist! Sind nicht wesentlich aussagekräftiger die Links, die von anderer Stelle auf Inhalte verweisen? Nur so kommen neue Websurfer auf bestimmt Portale und diese sind doch für Werbemittel von besonderer Bedeutung. Wäre dies Praxis, wäre damit auch jeder Link, jedes Zitat auf einem Blog oder an anderer Stelle ein realer Marktwert und müsste nicht mit peinlichen Abmahnungen quittiert werden.

Daher sollten sich Journalisten, die sich in ihrer beruflichen und gesellschaftlichen Stellung bedroht fühlen oder es vielleicht sogar real sind, vielmehr in ihren Medienhäusern dafür einsetzen, dass der Umgang mit Links endlich kompetent gehandhabt wird. Es soll verlinkt werden, und zwar kreuz und quer. Auf eigene, konkurrierende und nicht-kommerzielle Quellen. Nutzt die wunderbaren und kostenlosen Inhalte von Wikipedia und anderen Quellen um eure Inhalte mit zusätzlichem Wissen zu füllen und den Lesern vertiefendes Material anzubieten.

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Links zum Thema:
taz-Blog von Eva C. Schweitzer Insbesondere die Beiträge “Empire Strikes Back” und “A New Hope”
Spreeblick
Freischreiber – Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten
F!XMBR
Streifzugs Blog auf Freitag




Eine sehr schöne Antiwerbung für die CDU/CSU und deren derzeitige Sicherheitspolitik in Bezug auf das Internet und Schäubles Plänen zur Terrorabwehr hat Alexander Lehmann mit diesem Video geliefert. Satire, aber leider auch schon viel zu wahr! Auf der Projektseite kann das Video in verschiedenen Qualiäten heruntergeladen werden. Außerdem finden sich zu den angesprochenen Punkten Erklärungen auf welche Gesetze und Gesetzesvorschläge diese sich jeweils beziehen (mit weiterführenden Links). Sehr hilfreich um einen Überblick zu bekommen.

Wenn das nicht ausreicht all jenen die halbwegs an den freiheitlichen Aspekten der Demokratie interessiert sind, die CDU als mögliche Wahlentscheidung ein für allemal zu verbieten, ist wohl nicht mehr zu helfen.

Und weil’s so gut zum Thema passt, sei an dieser Stelle allen das neue Buch von Ilija Trojanow und Juli Zeh “empfohlen” (weil ich’s selbst auch erst noch lesen muss): Angriff auf die Freiheit. Im Deutschandradio wurde das Buch hier sehr ausführlich besprochen (♫♪ Podcast zum hören ♫♪)

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